Die Grundlagen des Hydroponik Systems für Zuhause

Das Wort Hydroponik bedeutet frei übersetzt „arbeitendes Wasser“. Es stammt aus dem Lateinischen Wort für Wasser, „hydro“ und Arbeit, „ponos“. Bei dieser Art von Hydrokultur wachsen Pflanzen in einer wässrigen Nährlösung, statt in der Erde.

Dieser Blog soll einen Einblick in die Grundlagen und zeigt Ihnen verschiedene Arten eines Hydroponik-Systems.

Warum Hydroponik?

Über die Jahre wurden verschiedene Systeme entwickelt, die das Pflanzenwachstum und auch die Ernte optimieren. Die meisten Hydroponik Produktionen findet man bislang noch in Gewächshäusern. Die Methode wird immer beliebter, da diese Methode sehr platzsparend ist. Zum Beispiel gibt es in Städten zu wenig Flächen, die landwirtschaftlich nutzbar wären.

Hydroponik Systeme bieten den Züchtern mehr Flexibilität. Die Pflanzen können unter anderem überall hinbewegt und gestapelt werden. Außerdem werden die Pflanzen Indoor gezüchtet, weshalb man keine saisonalen Pausen beachten muss. Die Systeme sind so entwickelt, dass sie zur richtigen Zeit, die richtige Menge Nährstoffe für die Pflanzen bereitstellen. Das führt zu höheren Ausbeuten und einer besseren Pflanzenqualität.

Der Züchter kann die Nährstoffe, den Wachstumszyklus und das Wasser genau kontrollieren. In einer solchen kontrollierten Umgebung ist die Variabilität viel geringer, was zu weniger Verschwendung und weniger Kosten führt. Obwohl Hydroponik Systeme auf Wasser angewiesen sind und wässrige Lösungen benötigen, um richtig zu funktionieren, brauchen sie nur ein zwanzigstel der Menge, die beim traditionellen Anbau benötigt werden.

Mit so vielen Vorteilen zeigt sich das Hydroponik System als eine gute Möglichkeit, die Ausbeute der Ernte mit einer nachhaltigeren Methode zu maximieren. Natürlich gibt es auch negativen Seiten dieser Methode. Je nachdem wie großflächig man anbauen möchte, kann es zu hohen Investitionskosten kommen, da man Pumpen, Rohre und Tanks benötigt. Die meisten Hydroponik Systeme für Zuhause können relativ günstig gebaut werden. Man muss aber auch die Umwelteinflüsse berücksichtigen. Wenn man nur Indoor anbaut, benötigt man meist auch zusätzliche Beleuchtung für die Pflanzen. All das bedeutet aber auch, dass man mehr Energiekosten hat.

Ein technisches Hintergrundwissen ist auch notwendig, da man die Bedürfnisse der Pflanzen in chemischer Hinsicht verstehen muss. Hydroponik Systeme benötigen mehr Überwachung als traditionelle Anbaumethoden. Aber keine Panik, es gibt sehr viele Quellen, wo man das nötige Know-How erlernen kann.

Arten von Hydroponik Systemen

Wick System

Dieses System wird als einfachstes Hydroponik System betrachtet, da es ein “passives System” ist, da es keine bewegbaren Teile besitzt. Die Nährstoffe gelangen über eine Schnur oder einen Docht vom Tank zu den Wurzeln. Die Pflanzen können in verschiedenen Medien gepflanzt werden. Bei der Wahl des Mediums ist es wichtig, dass es Wasser und Nährstoffe gut transportieren kann. Zu den geeigneten Medien zählen Kokosfasern, Perlit oder Vermiculit.

Wegen ihrer Einfachheit werden Wick Systeme gerne zum Anbau von kleineren Pflanzen und zur Schulungszweck verwendet. Der Nachteil ist, dass das System nicht richtig funktioniert, wenn es falsch aufgebaut ist. Wenn man z.B. das falsche Medium verwendet werden die Nährstoffe ungleichmäßig verteilt und die Pflanzen können nicht gut wachsen oder sterben sogar ab.

Hydrokultur System

Hydrokultur Systeme sind technisch gesehen die einfachsten Systeme. Die Wurzeln hängen meist stabilisiert durch Styropor über Netztöpfe, in die Nährstofflösung hinein. Mit einer Luftpumpe wird über einen Ausströmer Luft ins Wasser gepumpt. Es ist wichtig, dass die richtige Menge an Sauerstoff im Wasser enthalten ist, da die Wurzeln durchgehend im Wasser eintauchen. Die Pflanzen ertrinken nicht, wenn genug Bläschen in der Nährstofflösung aufsteigen und genug Sauerstoff im Wasser gelöst ist.

Nährstofffilm Technik (N.F.T.) System

Das häufigste Hydroponik System, das vor allem in der kommerziellen Produktion, aber auch beim privaten Anbau verwendet wird, ist die Nährstofffilm Technik (N.F.T). Die Pflanzen wachsen in Kanälen, die am Boden durchgehend eine dünne Schicht der Nährlösung führen. Die Wurzeln sind zwar feucht, aber sie tauchen nicht vollständig ein.

Wenn die Nährstofflösung das Ende des Kanals erreicht, tropft sie wieder zurück in den Tank und wird dann wieder zum Beginn des Kanals gepumpt. Dieses System läuft also im ständigen Kreislauf, weshalb es wenig Abfall produziert. Da es aber stark abhängig von den Pumpen ist, ist jeder mechanische Fehler schädlich für das Wohlbefinden der Pflanzen

Ebbe und Flut System

Ein weiteres System, das nach dem Ebbe und Flut Prinzip benannt ist, funktioniert so, dass die Wurzeln zeitweise mit der Nährstofflösung geflutet werden. Nach einer gewissen Zeit fließt diese wieder in den Tank zurück. Dieser Prozess wird von einer Unterwasserpumpe mit einem eingebauten Timer gesteuert. Mehrmals am Tag werden die Wurzeln so geflutet.

Während diese Methode Energie und Wasser sehr effizient nutzt, können die Wurzeln schnell austrocknen, wenn die Umweltbedingungen nicht passend sind oder ein mechanisches Problem bei der Pumpe auftritt.

Tropf System

Tropf Syteme sind weltweit eine der am häufigsten verwendeten Hydroponikarten. Sie sind auf großen Flächen leicht zu bedienen, und werden deshalb bei der kommerziellen Produktion gerne genutzt. Über viele dünne Rohre wird die Nährstofflösung auf die Unterseite der Pflanzen getropft, wobei auch hier eine Pumpe mit Timer eingesetzt wird. Die überschüssige Flüssigkeit wird aufgefangen und wiederverwendet. Dieser Aufbau ist nachhaltiger, aber der pH-Wert und die Konzentration der Nährstofflösung muss kontrolliert werden.